Eine bewegte Geschichte
Der Gasthof Tell und die Reussbrücke spielen eine wesentliche Rolle in der über 750-jährigen Geschichte der Gemeinde Gisikon.
Das ehemalige Zollhaus
Lange Zeit führte der Weg zwischen Luzern und Zürich unweigerlich an Gisikon vorbei. Als 1431 die Holzbrücke über die Reuss gebaut wurde, errichtete man ein Jahr später eine Zollstation mit einer Wirtschaft. Zur Kasse gebeten wurden Reisende auf der Landstrasse, aber auch Schiffe auf der Reuss. Der Brückenzoll wurde auf Personen, Vieh und Handelswaren erhoben. Ein gutes Geschäft, so war die Brücke im 18. Jahrhundert die viertbedeutendste Zolleinnehmerei in der Region Luzern.
Das letzterbaute Zollhaus, der heutige Gasthof Tell, entstand 1847/48. Dieses Zollhaus, ausgestattet mit dem Tavernenrecht, wurde durch den Bundesvertrag von 1848, der die Binnenzölle abschaffte, unnötig. Die Wirtschaft wechselte seither einige Male den Besitzer, bevor Burkhard Mattmann von Inwil im Jahr 1902 die Wirtschaft zum Wilhelm Tell erwarb. Seither ist der inzwischen mehrfach umgebaute Betrieb in Besitz der Familie Mattmann.
Die geschichtsträchtige Brücke
Die Reussbrücke in Gisikon wurde schon mehrmals vernichtet und wieder aufgebaut. Sie war aufgrund ihrer militärstrategischen Lage Austragungsort diverser Schlachten. So fand auch das letzte Gefecht des Sonderbundskrieges 1847 in Gisikon statt, aus dem die katholischen Kantone als Verlierer hervorgingen. Die Niederlage schuf die Grundlage für die Bundesverfassung und den Beginn der modernen Schweiz.